Jeden Tag begegnen wir Menschen mit ganz unterschiedlichen Geschichten, Herausforderungen und Sorgen.
Manche stehen am Anfang ihrer finanziellen Schwierigkeiten. Andere haben bereits einen langen Weg hinter sich. Was uns dabei immer wieder bewegt, sind die persönlichen Entwicklungen, die wir begleiten dürfen.
Helmut Murr
Schuldnerberater, Dipl. Betriebswirt (FH)
Wenn nach der Scheidung die Schulden bleiben Nach einer Scheidung stand ein Klient vor einem Problem, das sich nicht einfach mit erledigt hatte: Ein gemeinsam aufgenommener Kredit bestand weiterhin und bei der Trennung war die finanzielle Situation nicht abschließend geklärt worden. In der Schuldnerberatung haben wir gemeinsam mit ihm nach einer tragfähigen Lösung gesucht und über mehrere Monate mit der Bank verhandelt. Schließlich konnte eine Einigung erzielt werden: Durch eine einmalige Zahlung wurde der Kredit endgültig abgelöst.
Das Ergebnis: Nach fast sechs Monaten war der Klient schuldenfrei – und konnte auch finanziell einen Schlussstrich unter dieses Kapitel ziehen.
Wenn nach der Scheidung die Schulden bleiben Manchmal sind Schulden nur ein Teil einer schwierigen Lebenssituation. So war es auch bei einem Klienten, der aufgrund psychischer
Beeinträchtigungen Unterstützung bei der Regelung seiner finanziellen Angelegenheiten benötigte. Bevor wir uns um die Schulden kümmern konnten, mussten deshalb zunächst andere Dinge geregelt werden. Wir unterstützten bei der Vermittlung eines Gesundheitsgutachtens und bei der Einrichtung einer gesetzlichen Betreuung. Danach konnte der nächste Schritt folgen: Mit einem Insolvenzverfahren wurde ein Weg zur Schuldenbefreiung eingeleitet. Das Ergebnis: Aus einer kaum überschaubaren Situation entstand Schritt für Schritt wieder eine klare Perspektive.
Nach der Trennung wieder Ordnung schaffen Nach einer Scheidung kam ein Vater zu uns, weil vor allem die Unterhaltszahlungen für seine Kinder geklärt werden mussten. Gleichzeitig bestanden weitere Schulden. Gemeinsam haben wir zunächst das dringendste Thema angepackt. Mit Unterstützung der Familienkasse konnte für die Unterhaltszahlungen eine einvernehmliche Regelung gefunden werden. Damit war der Weg frei, auch die übrigen finanziellen Probleme zu ordnen. Schließlich konnte ein Insolvenzantrag gestellt werden. Das Ergebnis: Ein Problem nach dem anderen wurde geklärt – und aus finanzieller Unsicherheit wurde wieder ein konkreter Weg nach vorn
Elif Simsek
Schuldnerberaterin
Wenn plötzlich der Strom abgestellt werden soll Manche Situationen dulden keinen Aufschub. Eine Klientin kam kurzfristig in unsere Notfallberatung, weil ihr eine Stromsperre drohte. Jetzt musste schnell gehandelt werden. Gemeinsam haben wir die Situation geklärt und die notwendigen Schritte eingeleitet.
Das Ergebnis: Die Stromsperre konnte noch rechtzeitig aufgehoben werden. Manchmal bedeutet erfolgreiche Schuldnerberatung nicht, alle Probleme auf einmal zu lösen. Manchmal bedeutet sie zunächst, genau das Problem zu lösen, das heute am dringendsten ist.
Wieder selbst den Überblick haben Viele Menschen kommen zu uns und wissen irgendwann einfach nicht mehr, wo sie anfangen sollen. Briefe, Rechnungen, Forderungen und Zahlungstermine werden zu einem Berg, der kaum noch zu bewältigen scheint. Unsere Aufgabe ist dann nicht nur, einen einzelnen Rat zu geben. Gemeinsam bringen wir Struktur in die finanzielle Situation, zeigen mögliche Wege auf und überlegen, welche Schritte zuerst gegangen werden sollten. Denn gute Schuldnerberatung soll nicht dauerhaft abhängig von Beratung machen.
Das Ziel: wieder selbst den Überblick gewinnen, Entscheidungen treffen können und die eigenen Finanzen Schritt für Schritt eigenverantwortlich organisieren.
Hinweis zur Zuordnung: Im Ausgangsdokument sind die ersten drei Fälle ohne Namen aufgeführt. Die beiden folgenden Fälle sind Thomas Bruckmann, die letzten Hinweise/Fälle Elfi Simsek zugeordnet.
Thomas Bruckmann
Schuldnerberater, Ass. jur., Mediator
Insolvenz? Zum Glück nicht! Ein Klient kam mit einem klaren Wunsch zu uns: Er wollte ein Insolvenzverfahren einleiten. Kurz zuvor hatte er seine Arbeitsstelle verloren und rund 15.000 Euro Schulden belasteten ihn. Im Beratungsgespräch stellte sich jedoch heraus, dass er Miteigentümer einer noch finanzierten Eigentumswohnung war. Was zunächst nicht nach einer Lösung aussah, erwies sich bei genauer Prüfung als entscheidend: Sein Eigentumsanteil hatte einen Wert von rund 50.000 Euro und lag damit deutlich über seinen Verbindlichkeiten. Mit Unterstützung der Schuldnerberatung konnte gemeinsam mit der finanzierenden Bank eine Lösung gefunden werden. Die offenen Verbindlichkeiten wurden beglichen.
Das Ergebnis: Keine Insolvenz – und das Immobilieneigentum konnte erhalten werden. Kurz darauf fand der Klient außerdem eine neue Arbeitsstelle.
15 Jahre gezahlt – und die Schulden wurden kaum weniger waren rund 15.000 Euro offen, inzwischen standen immer noch etwa 8.000 Euro aus. Eine genaue Prüfung zeigte das Problem: Mit den monatlichen Raten wurden im Wesentlichen Zinsen und Kosten bedient. Die eigentliche Schuld verringerte sich dadurch kaum. Eine Einigung mit dem Kreditgeber war nicht möglich. Gemeinsam haben wir deshalb geprüft, welcher andere Weg sinnvoll ist. Die Klientin entschied sich für ein Insolvenzverfahren und hat dieses inzwischen erfolgreich abgeschlossen. Das Ergebnis: Nach vielen Jahren ohne wirklichen Fortschritt konnte sie die alte finanzielle Belastung endlich hinter sich lassen.